Ratgeber Welpen & Aufzucht

Die erste Nacht mit dem Welpen – Was Hundehalter erwarten können

Für viele neue Hundebesitzer ist die erste Nacht besonders aufregend. Während die Vorfreude groß ist, fragen sich viele gleichzeitig: Wird der Welpe durchschlafen? Wird er weinen? Was ist die beste Lösung für die Nacht?

Die Wahrheit ist: Jede erste Nacht verläuft anders.

Ein Welpe erlebt an diesem Tag zahlreiche Veränderungen. Er hat seine vertraute Umgebung verlassen, seine Mutter und Geschwister zurückgelassen und befindet sich plötzlich in einem völlig neuen Zuhause. Dass diese Situation zunächst verunsichern kann, ist vollkommen normal.

Warum Welpen nachts weinen können

Viele Welpen waren bis zu ihrem Umzug nie allein. Sie haben bislang in engem Kontakt zu ihrer Mutter und ihren Wurfgeschwistern geschlafen. Die plötzliche Ruhe und das Alleinsein können daher ungewohnt wirken.

Mögliche Gründe für nächtliches Winseln sind:

  • Unsicherheit durch die neue Umgebung,
  • das Bedürfnis nach Nähe,
  • die Notwendigkeit, sich zu lösen,
  • ungewohnte Geräusche,
  • allgemeine Aufregung nach einem ereignisreichen Tag.

Wichtig ist, ruhig zu bleiben und die Bedürfnisse des Welpen ernst zu nehmen.

Wo sollte der Welpe schlafen?

Es gibt unterschiedliche Ansätze, wo ein Welpe in den ersten Nächten schlafen sollte. Eine allgemeingültige Lösung gibt es nicht.

Viele Hundehalter entscheiden sich dafür, den Schlafplatz zunächst in der Nähe des eigenen Bettes einzurichten. So kann der Welpe die Anwesenheit seiner Bezugsperson wahrnehmen und fühlt sich häufig sicherer.

Andere bevorzugen von Anfang an den endgültigen Schlafplatz des Hundes. Auch das kann funktionieren, wenn der Welpe behutsam an die neue Situation gewöhnt wird.

Entscheidend ist vor allem eines:

Die gewählte Lösung sollte langfristig zu den eigenen Vorstellungen vom Zusammenleben passen.

Ruhe vermitteln statt Mitleid

Wenn ein Welpe nachts unruhig wird, hilft eine ruhige und gelassene Reaktion.

Vermeiden Sie:

  • hektisches Verhalten,
  • übermäßiges Trösten,
  • ausgelassenes Spielen in der Nacht.

Kurze, beruhigende Ansprache und Sicherheit reichen meist vollkommen aus.

Nächtliche Toilettengänge

Gerade junge Welpen können ihre Blase noch nicht lange kontrollieren. Deshalb kann es notwendig sein, in der Nacht ein- oder mehrmals nach draußen zu gehen.

Wichtig dabei:

  • möglichst ruhig bleiben,
  • keine Spielzeiten daraus machen,
  • nach dem Lösen direkt wieder zur Ruhe kommen.

Mit zunehmendem Alter verlängern sich die nächtlichen Schlafphasen meist von selbst.


Stubenreinheit von Anfang an

Die Stubenreinheit gehört zu den ersten großen Lernaufgaben im Zusammenleben mit einem Welpen. Sie erfordert Geduld, Konsequenz und vor allem realistische Erwartungen.

Kein Welpe wird von heute auf morgen vollständig stubenrein.

Wie lernen Welpen Stubenreinheit?

Welpen entwickeln die notwendige Blasenkontrolle erst nach und nach. Deshalb benötigen sie regelmäßige Möglichkeiten, sich außerhalb des Hauses zu lösen.

Besonders wichtig sind feste Zeitpunkte:

  • direkt nach dem Aufwachen,
  • nach dem Fressen,
  • nach dem Spielen,
  • nach aufregenden Situationen,
  • vor dem Schlafengehen,
  • in regelmäßigen Abständen über den Tag verteilt.

Die richtige Reaktion

Erledigt der Welpe sein Geschäft draußen, sollte dies positiv begleitet werden.

Ruhiges Lob hilft dem Hund dabei, das gewünschte Verhalten zu verknüpfen.

Kommt es dagegen zu einem Missgeschick im Haus, gilt:

  • keine Bestrafung,
  • kein Schimpfen,
  • keine Strafen im Nachhinein.

Der Welpe kann den Zusammenhang zwischen einer späteren Reaktion und seinem Verhalten meist nicht herstellen.

Geduld zahlt sich aus

Die Entwicklung verläuft individuell.

Einige Hunde werden bereits nach wenigen Wochen zuverlässig stubenrein, während andere deutlich mehr Zeit benötigen.

Rückschritte sind dabei nicht ungewöhnlich und bedeuten nicht automatisch, dass etwas falsch gemacht wurde.


Fütterung in den ersten Tagen

Auch die Ernährung spielt in den ersten Tagen eine wichtige Rolle.

Neue Besitzer stehen häufig vor der Frage, ob sie das bisherige Futter beibehalten oder direkt umstellen sollten.

Vertrautes schafft Sicherheit

Gerade zu Beginn kann es sinnvoll sein, das gewohnte Futter zunächst weiterzugeben.

Die ohnehin große Umstellung wird dadurch etwas erleichtert.

Soll später ein Futterwechsel erfolgen, empfiehlt sich eine langsame Umstellung über mehrere Tage.

Feste Fütterungszeiten

Regelmäßige Mahlzeiten unterstützen nicht nur die Verdauung, sondern helfen dem Welpen auch dabei, einen geregelten Tagesablauf zu entwickeln.

Je nach Alter des Hundes können mehrere kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt sinnvoll sein.

Frisches Wasser

Sauberes Trinkwasser sollte jederzeit frei verfügbar sein.

Insbesondere nach Spielphasen und körperlicher Aktivität steigt der Flüssigkeitsbedarf.


Einen Tagesablauf entwickeln

Welpen profitieren von Struktur.

Feste Abläufe vermitteln Sicherheit und helfen dabei, sich im neuen Alltag zurechtzufinden.

Ein möglicher Tagesrhythmus kann folgende Elemente enthalten:

  • Schlafphasen,
  • Fütterungszeiten,
  • kurze Trainingseinheiten,
  • gemeinsame Spielzeiten,
  • regelmäßige Möglichkeiten zum Lösen,
  • ruhige Kuschel- und Entspannungsphasen.

Natürlich verläuft nicht jeder Tag exakt gleich. Dennoch bieten wiederkehrende Routinen Orientierung.


Wie viel Schlaf braucht ein Welpe?

Eine der häufigsten Überraschungen für neue Hundehalter:

Welpen schlafen erstaunlich viel.

Je nach Alter benötigen junge Hunde häufig zwischen 18 und 20 Stunden Ruhe pro Tag.

Warum Schlaf so wichtig ist

Während der Ruhephasen verarbeitet der Welpe neue Eindrücke und Erfahrungen.

Schlaf unterstützt:

  • das Wachstum,
  • die Gehirnentwicklung,
  • die Lernfähigkeit,
  • das Immunsystem,
  • die allgemeine Regeneration.

Übermüdung erkennen

Manche Welpen finden nur schwer selbst zur Ruhe.

Anzeichen können sein:

  • vermehrtes Beißen,
  • aufgedrehtes Verhalten,
  • Schwierigkeiten beim Abschalten,
  • erhöhte Unruhe.

In solchen Situationen kann es hilfreich sein, bewusst für eine reizärmere Umgebung zu sorgen.


Die Bedeutung von Ruhephasen

Gerade in den ersten Tagen möchten viele Familien möglichst viel Zeit mit ihrem neuen Hund verbringen.

Dabei wird leicht vergessen, dass die Vielzahl an Eindrücken auch anstrengend sein kann.

Weniger ist oft mehr

Nicht jeder Tag muss mit neuen Erlebnissen gefüllt sein.

Besonders wichtig sind:

  • ruhige Rückzugsmöglichkeiten,
  • ungestörte Schlafphasen,
  • eine entspannte Atmosphäre im Haushalt.

Kinder und Welpen

Leben Kinder im Haushalt, sollten auch sie lernen, die Ruhezeiten des Hundes zu respektieren.

Ein schlafender Welpe sollte nicht geweckt oder ständig zum Spielen aufgefordert werden.

So profitieren beide Seiten von einem respektvollen Miteinander.


Die ersten Tage bewusst genießen

Zwischen Schlafmangel, Stubenreinheit und neuen Routinen gerät manchmal in Vergessenheit, wie besonders diese Zeit eigentlich ist.

Die ersten gemeinsamen Tage sind geprägt von:

  • neugierigen Blicken,
  • vorsichtigen Erkundungstouren,
  • ersten kleinen Lernerfolgen,
  • wachsendem Vertrauen.

Viele Hundehalter erinnern sich ein Leben lang an diese besondere Anfangszeit zurück.

Perfektion ist dabei nicht das Ziel.

Viel wichtiger ist es, gemeinsam anzukommen, einander kennenzulernen und die Basis für eine vertrauensvolle Beziehung zu schaffen.

Mit Geduld, Verständnis und einer guten Portion Gelassenheit entwickeln sich die ersten Unsicherheiten Schritt für Schritt zu einem vertrauten Alltag – und aus dem kleinen Welpen wird nach und nach ein treuer Begleiter fürs Leben.

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